13. August - 20:00
Kubanische Lebensfreude trifft auf rheinische Tiefe – oder vielleicht auch umgekehrt.
Als sich Yaniel Matos und Gunther Tiedemann 2017 beim New Directions Cello Festival in Ithaca (New York) begegneten, entstand sofort eine persönliche und musikalische Verbindung. Aus dieser ersten Begegnung entwickelte sich eine kontinuierliche Zusammenarbeit, die sie über Festivals und Konzertprojekte in Rio de Janeiro, Köln und darüber hinaus führte.
In ihrem Duo bringen beide Musiker ihre jeweiligen musikalischen Welten zusammen: eigene Kompositionen und neu interpretierte Stücke, geprägt von individuellen Biografien und gemeinsamen Erfahrungen. Südamerikanische Klangfarben begegnen hier ebenso selbstverständlich wie Einflüsse aus Jazz, Rock und improvisierter Musik – offen, neugierig und ohne stilistische Berührungsängste.
Der aus Santiago de Cuba stammende Cellist und Komponist Yaniel Matos verbindet traditionelle afro-kubanische Wurzeln mit den prägenden Einflüssen seiner langjährigen Lebens- und Arbeitszeit in Brasilien. Seine Musik lebt vom Spannungsfeld zwischen Herkunft, europäischer Ausbildung und der tiefen Auseinandersetzung mit afrobrasilianischer Kultur – reich an Rhythmus, Farbe und Ausdruck.
Gunther Tiedemann ist Cellist, Komponist, Arrangeur und Ensembleleiter mit internationaler Konzerttätigkeit in Europa, den USA, Brasilien, Westafrika und Pakistan. Er arbeitete mit renommierten Orchestern und Ensembles ebenso wie mit Musiker:innen unterschiedlichster Genres. Neben seinen Duo-Projekten leitet er Celloorchester und unterrichtet an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.
Gemeinsam schaffen Yaniel Matos und Gunther Tiedemann eine Musik, die von Dialog, Vertrauen und Neugier geprägt ist – eine Begegnung zweier Persönlichkeiten, die ihre Unterschiede nicht glätten, sondern produktiv zum Klingen bringen.
Yaniel Matos - Gesang, Violoncello & Piano
Gunther Tiedemann - Violoncello
13. August - 21:00
Der Legende nach brachte Paco de Lucía nach seiner Reise nach Peru in den 1970er-Jahren das Cajón dauerhaft in die Flamenco-Musik ein. Heute, fast ein halbes Jahrhundert später, ist Flamenco ohne den charakteristischen Klang dieses Instruments kaum vorstellbar. In Palo Blanco verbindet sich das Cajón erneut mit zwei eigenständigen musikalischen Welten: zeitgenössischem Jazz und afroperuanischer Musik.
Der chilenische Schlagzeuger und Komponist Pablo Sáez, bekannt für seine kontinuierliche Suche nach musikalischen Verbindungen zwischen unterschiedlichen Kulturen, präsentiert ein hochkarätiges Ensemble: den Flamenco-Gitarristen Daniel de Alcalá, den virtuosen peruanischen Flötisten Daniel Manrique-Smith sowie den vielseitigen Bassisten Tibor Szűcs („El Tiburón“). Gemeinsam entfalten sie eine Musik, die sich aus der Tradition speist und zugleich offen in die Gegenwart weist.
Palo Blanco ist kein intellektuelles Experiment, sondern eine lebendige, sinnliche und unmittelbare musikalische Begegnung. Manchmal scheint es, als würde der Flamenco mit dem Jazz flirten – neugierig, spontan und getragen von einer tiefen, glühenden Leidenschaft.
„Palo Blanco ist lebendig, sinnlich und ehrlich. Manchmal ist es, als würde der Flamenco mit dem Jazz flirten – neugierig, spontan und immer mit dieser glühenden Leidenschaft.“
— Rheinische Anzeigenblätter, 2025
Daniel Manrique-Smith - Flöte und Effekte
Daniel de Alcalá - Gitarre
Tibor Szücs / Ursula Wienken - E-Bass
Pablo Sáez - Cajón, Schlagzeug, Komposition.
14. August - 20:00
Der kolumbianische Pianist und Komponist Héctor Martignon, seit vielen Jahren in New York lebend, gehört zu den markanten Stimmen des zeitgenössischen Jazz. Seine Musik bewegt sich mühelos zwischen verschiedenen Welten: Jazz, europäische Klassik, lateinamerikanische Folklore und afro-kubanische Harmonien verbinden sich zu einer vielschichtigen, offenen Klangsprache.
Martignon wurde mehrfach für den Grammy Award in der Kategorie Latin Jazz nominiert und arbeitete über viele Jahre als Pianist, Arrangeur und Komponist im Sextett New World Spirit von Ray Barretto. Darüber hinaus führten ihn Kollaborationen mit Künstlern wie Paquito D’Rivera, Gato Barbieri, Tito Puente und Paul Simon auf internationale Bühnen. Auch im Bereich Film und Theater ist er präsent – unter anderem mit Beiträgen zur Filmmusik von Eat Drink Man Woman (Ang Lee) sowie als musikalischer Leiter von Broadway-Produktionen.
Neben seiner Konzerttätigkeit engagiert sich Héctor Martignon intensiv in der musikalischen Ausbildung. Er unterrichtet Jazzkomposition an der Hochschule für Musik und Theater München und lehrt an der Hofstra University in New York. Mit dem Salsa Piano Book veröffentlichte er zudem ein weltweit genutztes Lehrwerk für Pianist:innen.
Ob im großen orchestralen Rahmen oder im intimen Solo- und Trio-Format: Martignons Musik lebt von harmonischer Tiefe, rhythmischer Freiheit und einer großen klanglichen Neugier. Seine Kompositionen und Improvisationen spiegeln ein Leben wider, das von kultureller Vielfalt, musikalischer Offenheit und kontinuierlicher Suche nach neuen Ausdrucksformen geprägt ist.
Hector Martignon - Piano
14. August - 21:00
Das Natalia Rose Quartet ist ein zeitgenössisches Ensemble unter der Leitung der kolumbianischen Gitarristin und Komponistin Natalia Rose. Ihre Musik bewegt sich zwischen feinsinnigen Jazzharmonien, melancholischen Klangfarben und traditionellen kolumbianischen Rhythmen. Ziel ist es, innere Bilder entstehen zu lassen – musikalische Porträts, die Emotionen, Landschaften und Erinnerungen miteinander verweben.
Das Debütalbum Retratos de un Juego de Sombras (2017) entstand aus der Inspiration durch Fotografien der kolumbianischen Fotografin Camila Malaver, die den Alltag der Gemeinden in Barranco de Loba (Bolívar, Kolumbien) dokumentieren. Musik und Bild treten hier in einen stillen Dialog. Mit dem zweiten Album Impresiones (2021) verdichtete sich der Klang des Ensembles – dunkler, kraftvoller und noch persönlicher.
Im März 2025 erschien das aktuelle Album El Alma (Die Seelen), das erstmals um ein Streichquartett erweitert wurde. Reich an Texturen, Farben und Naturklängen zeichnet Natalia Rose darin ein vielschichtiges musikalisches Bild Kolumbiens. Unterschiedliche Geschichten, Landschaften und Erfahrungen verschmelzen zu einem warmen, zugleich explosiven Klangraum.
Natalia Roses kompositorischer Ansatz speist sich bewusst aus anderen Kunstformen: Bilder, Natur, Stimmungen und innere Zustände werden in Musik übersetzt und laden das Publikum zu einer imaginativen Reise ein.
Das Quartett trat auf renommierten Festivals in Lateinamerika auf, unter anderem beim Jazz al Parque und Barranquijazz, und teilte die Bühne mit Künstlern wie Ron Carter und Paquito D’Rivera. Seit ihrem Umzug nach Deutschland im Jahr 2022 ist Natalia Rose mit ihrem Ensemble europaweit unterwegs – von Deutschland über Spanien und Belgien bis nach Zypern.
Omri Abramov - Saxophon Tenor und Sopran
Natalia Rose - Gitarre und Komposition
Francesco Beccaro - Bass
Marc Michel - Schlagzeug
15. August - 20:00
Django Latino
Das Trio um die beiden Gitarristen José Díaz de León und Sven Jungbeck sowie den kolumbianischen Bassisten Juan Camilo Villa setzt frische Impulse im zeitgenössischen Gypsy Jazz. Charakteristisch für ihr Spiel sind nicht nur technische Virtuosität und die Energie furioser Gitarrensoli, sondern vor allem Kreativität, Spielfreude und ein ausgeprägter Sinn für musikalische Offenheit.
Ausgehend vom klassischen Swing, wie ihn Django Reinhardt geprägt hat, öffnet das Trio den Stil behutsam in neue Richtungen. Lateinamerikanische Rhythmen wie Bossa Nova und Bolero bilden ebenso eine Grundlage wie kubanische, kolumbianische, afro-peruanische und mexikanische Grooves. Diese Einflüsse fügen sich organisch in die Musik ein und verleihen den Arrangements eine frische, zeitgemäße Klangfarbe – authentisch, lebendig und ohne stilistische Brüche.
Das Repertoire reicht von neu interpretierten Klassikern des Gypsy Jazz über eigene Kompositionen bis hin zu Stücken von lateinamerikanischen Musiklegenden wie Chucho Valdés. So entsteht eine Musik, die Tradition respektiert und zugleich mutig weiterdenkt – eine Fusion, die bewegt, vitalisiert und musikalische Welten miteinander verbindet.
„Eine tolle CD, die unternimmt, was dringend ansteht: den Gypsy Jazz zu erweitern und mit anderen Formen zu verbinden. Die Energie und Virtuosität erinnern an den Flamenco – ein großes Konzert, eine großartige CD.“
— Kersten Knipp (Deutsche Welle / Deutschlandfunk)
José Díaz de León - Guitar
Bernd Marquart - Guitar
Christoph Dangelmaier - Bass
15. August - 21:00
Der musikalische Weg von Antonio Cuadros De Béjar begann auf der Straße. Als Straßenmusiker in verschiedenen europäischen Ländern entwickelte er früh eine direkte, unverstellte Beziehung zum Publikum – eine Erfahrung, die seine Musik bis heute prägt. Aus dieser unmittelbaren Praxis heraus führte ihn sein Weg zunächst zum Jazz und später konsequent weiter zu einer offenen, lateinamerikanisch geprägten Jazzsprache, in der Rhythmus, Improvisation und kulturelle Identität organisch zusammenfinden.
In über 30 Jahren musikalischer Tätigkeit konzertierte Antonio Cuadros De Béjar in zahlreichen Ländern Europas. Sein künstlerisches Schaffen ist geprägt von Bewegung, Begegnung und kontinuierlicher Entwicklung. Komposition spielt dabei eine zentrale Rolle: Seine Stücke entstehen aus gelebter Erfahrung, aus Reisen, kulturellem Austausch und dem intensiven Zusammenspiel mit unterschiedlichen Musiker:innen.
Mit seiner Band Latin Affairs verbindet er Jazz mit vielfältigen lateinamerikanischen Einflüssen zu einer lebendigen, offenen Klangsprache. Die Musik lebt von Groove und melodischer Klarheit, von improvisatorischer Freiheit und dem bewussten Zuhören innerhalb des Ensembles. Statt stilistischer Abgrenzung steht der Dialog im Vordergrund – zwischen Tradition und Gegenwart, Struktur und Spontaneität.
Neben seiner Tätigkeit als Musiker ist Antonio Cuadros De Béjar auch Initiator und künstlerischer Leiter des Latin Jazz Festivals Stuttgart Mi Amor. Diese Rolle ist Ausdruck derselben Haltung, die auch seine Musik prägt: Räume zu schaffen, in denen kulturelle Vielfalt, künstlerische Tiefe und gesellschaftliche Offenheit erfahrbar werden.
Antonio Cuadros De Béjar & Latin Affairs stehen für eine Musik, die erzählt, verbindet und im Moment entsteht.
Andi Maile - Saxophone
Antonio Cuadros De Béjar - Guitar
Hector Martignon - Piano
Christoph Dangelmaier - Bass
Daniel Messina - Drums
Miguel Llobell - Percussion
String Quartet All Stars:
Delia Ramos Rodríguez - Violin
Suzuné Masumoto - Violin
Isabel Kreuzpointner - Viola
Mari Nagahara - Violoncello
2018 © Latin Jazz Initiative